Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das regelmäßig über die Ernährung aufgenommen werden muss. Doch nicht jede Zinkquelle ist gleich: Lebensmittel unterscheiden sich deutlich in ihrem Zinkgehalt, und die tatsächlich vom Körper aufgenommene Menge hängt von weiteren Faktoren ab. Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln gibt es relevante Unterschiede – etwa in der verwendeten Zinkverbindung und der Dosierung.
Dieser Beitrag erklärt, welche Lebensmittel Zink liefern, warum die Zusammensetzung der Mahlzeit eine Rolle spielt und worauf bei einer gezielten Ergänzung zu achten ist. Grundlagen zu den Funktionen und zum Bedarf von Zink finden Sie in unserem Beitrag: Zink verstehen – Funktionen, Bedarf und wissenschaftliche Einordnung.
Zink in Lebensmitteln – Gehalt und Verfügbarkeit
Zink kommt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor, allerdings in unterschiedlicher Konzentration und mit unterschiedlicher Verfügbarkeit für den Körper.
| Lebensmittel | Zink pro 100 g | Einordnung |
| Austern | ca. 22 mg | Höchster natürlicher Gehalt |
| Weizenkeime | ca. 12 mg | Sehr hoch, aber phytatreich |
| Kürbiskerne | ca. 7 mg | Alltagstaugliche pflanzliche Quelle |
| Rindfleisch | ca. 4–6 mg | Gute tierische Quelle |
| Cashewkerne | ca. 5,5 mg | Moderater Phytatgehalt |
| Emmentaler | ca. 4–5 mg | Gut verfügbar |
| Linsen (getrocknet) | ca. 3,5 mg | Phytatreich |
| Haferflocken | ca. 3,5–4 mg | Phytatreich |
Entscheidend ist nicht nur der Zinkgehalt im Lebensmittel, sondern die tatsächlich aufgenommene Menge. Und hier kommt ein Faktor ins Spiel, der in der öffentlichen Diskussion häufig unterschätzt wird.
Phytinsäure – warum der Zinkgehalt allein nicht immer entscheidend ist
Phytinsäure (Phytat) ist ein natürlicher Bestandteil pflanzlicher Lebensmittel. In der Pflanze dient Phytat als Phosphorspeicher. Im menschlichen Darm bindet es jedoch Mineralstoffe wie Zink und kann deren Aufnahme verringern (Lonnerdal, 2000). Dieser Zusammenhang hat dazu geführt, dass die DGE seit 2019 den Zinkbedarf erstmals nach der Höhe der Phytatzufuhr differenziert – ein Vorgehen, das bei keinem anderen Mikronährstoff angewendet wird.
Eine Ernährung, die reich an Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen ist, liefert zwar Zink, enthält aber gleichzeitig relevante Mengen Phytat. Die pflanzlichen Zinkquellen in der obigen Tabelle sind deshalb nicht direkt mit tierischen vergleichbar – selbst bei ähnlichem Zinkgehalt pro 100 g.
Zubereitungsmethoden, die den Phytatgehalt reduzieren können:
• Einweichen von Hülsenfrüchten und Getreide (aktiviert pflanzeneigene Phytase)
• Keimen und Fermentieren
• Sauerteigführung (Milchsäurebakterien aktivieren Phytase, die Phytat abbaut)
Sauerteigbrot enthält nachweislich weniger Phytat als Brot aus identischem Mehl mit Backhefe (Schlemmer et al., 2009). Traditionelle Zubereitungsmethoden haben die Mineralstoffverfügbarkeit also verbessert, lange bevor der biochemische Mechanismus verstanden wurde.
Zinkverbindungen in Nahrungsergänzungsmitteln
In Nahrungsergänzungsmitteln kommen verschiedene Zinkverbindungen zum Einsatz. Sie unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur, ihrer Löslichkeit und ihren Eigenschaften.
Zinkbisglycinat (Chelat)
Zinkbisglycinat ist eine Verbindung, bei der das Zink-Ion an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden ist. Diese Chelatstruktur umhüllt das Zink und bildet einen stabilen Komplex.
Zinkgluconat
Zinkgluconat ist eine organische Verbindung, bei der Zink an Gluconsäure gebunden ist. Es ist gut wasserlöslich und wird in der Nahrungsergänzung häufig eingesetzt – insbesondere in Lutschtabletten und Komplexprodukten, in denen die Gesamtrezeptur im Vordergrund steht.
Zinkoxid (zum Vergleich)
Zinkoxid ist eine anorganische Verbindung mit einem hohen elementaren Zinkanteil pro Gramm. Es ist jedoch schlecht wasserlöslich. In der Nahrungsergänzung wird es häufig aus Kostengründen eingesetzt.
Dosierung – was die BfR-Höchstmenge bedeutet
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt seit 2021 eine Tageshöchstmenge von 6,5 mg Zink in Nahrungsergänzungsmitteln.
Diese Empfehlung basiert auf einer nachvollziehbaren Herleitung: Die EFSA hat für Zink einen Tolerable Upper Intake Level (UL) von 25 mg pro Tag festgelegt – die maximale Gesamtzufuhr aus allen Quellen, die langfristig als sicher gilt. Davon wird die durchschnittliche Zinkaufnahme über die Ernährung abgezogen, die je nach Geschlecht und Ernährungsform bei etwa 7 bis 14 mg pro Tag liegt. Der verbleibende Spielraum für eine zusätzliche Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel beträgt damit etwa 6,5 mg.
Bei Raab Vitalfood orientieren wir uns konsequent an dieser Empfehlung. Unser Zink Komplex enthält exakt 6,5 mg Zink pro Tagesdosis (65 % des Nährstoffbezugswertes). In unseren Komplexprodukten liegt der Zinkanteil darunter, weil Zink dort als Bestandteil einer Gesamtrezeptur eingesetzt wird.
Wir dosieren bewusst so, dass unsere Produkte eine sinnvolle Ergänzung zur täglichen Ernährung darstellen, für die breite Bevölkerung geeignet sind und täglich eingenommen werden können.
Raab Vitalfood Produkte mit Zink im Überblick
| Produkt | Verbindung | Zink/Tag | NRV | Besonderheit | Darreichung |
| Zink Komplex | Zinkbisglycinat | 6,5 mg | 65 % | + L-Histidin | Kapseln |
| Mineralstoff Komplex | Zinkbisglycinat | 5,0 mg | 50 % | 10 Mineralstoffe | Kapseln |
| Immun Komplex | Zinkgluconat | 5,0 mg | 50 % | + Vitamin C, D, Biotin | Lutschtabletten |
| Basenpulver Balance | Zinkgluconat | 5,0 mg | 50 % | 10 Mineralstoffe | Pulver |
| Fertil Komplex | Zinkgluconat | 4,0 mg | 40 % | + Selen, Maca | Kapseln |
| Haut Haare Nägel | Zinkgluconat | 3,2 mg | 32 % | + Hyaluronsäure, Q10 | Kapseln |
| D-Mannose Cranberry | Zinkgluconat | 3,1 mg | 31 % | + D-Mannose | Lutschtabletten |
| Good Aging Komplex | Zinkbisglycinat | 3,0 mg | 30 % | + PQQ, Resveratrol | Kapseln |
| Frauenmantel | Zinkgluconat | 2,0 mg | 20 % | + Mönchspfeffer | Kapseln |
| Mobility Komplex | Zinkbisglycinat | 2,0 mg | 20 % | + Glucosamin, MSM | Kapseln |
Die Wahl der Zinkverbindung richtet sich bei Raab Vitalfood nach dem jeweiligen Produktkonzept: Zinkbisglycinat kommt dort zum Einsatz, wo Zink eine zentrale Rolle in der Rezeptur spielt. Zinkgluconat wird in Komplexprodukten und Lutschtabletten verwendet, in denen die Gesamtkomposition im Vordergrund steht.
Alle Produkte werden in unserem familiengeführten Unternehmen in Deutschland hergestellt und deren Inhaltsstoffe durch unabhängige, akkreditierte deutsche Labore auf Schadstoffe, Vitalstoffgehalt und mikrobiologische Sicherheit kontrolliert.
Fazit
Zink ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Die tatsächlich aufgenommene Menge hängt jedoch nicht nur vom Zinkgehalt ab, sondern auch von der Zusammensetzung der Mahlzeit – insbesondere vom Phytatanteil. Traditionelle Zubereitungsmethoden wie Einweichen, Fermentieren oder Sauerteigführung können die Verfügbarkeit verbessern.
Bei der Auswahl eines Nahrungsergänzungsmittels spielen die Zinkverbindung, die Dosierung und die Gesamtrezeptur eine Rolle. Eine sichere Dosierung – orientiert an den Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung – ist die Grundlage für eine sinnvolle Ergänzung der täglichen Ernährung.
Unsere Kaufempfehlung
- D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Zink (DGE, 2019)
- https://www.bfr.bund.de/veroeffentlichung/hoechstmengenvorschlaege-fuer-zink-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln/
- EFSA: Tolerable Upper Intake Level for Zinc
- EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – zugelassene Health Claims
- Lonnerdal B (2000). Dietary Factors Influencing Zinc Absorption. Journal of Nutrition, 130(5):1378S–1383S.
- Schlemmer U, Frolich W, Prieto RM, Grases F (2009). Phytate in foods and significance for humans: food sources, intake, processing, bioavailability, protective role and analysis. Molecular Nutrition & Food Research, 53(S2):S330–S375.
- Gandia P, Bour D, Maurette JM et al. (2007). A bioavailability study comparing two oral formulations containing zinc (Zn bis-glycinate vs. Zn gluconate) after a single administration to twelve healthy female volunteers. International Journal for Vitamin and Nutrition Research, 77(4):243–248.
- Scholmerich J, Freudemann A, Kottgen E et al. (1987). Bioavailability of zinc from zinc-histidine complexes. American Journal of Clinical Nutrition, 45(6):1480–1486.
- Gibson RS, Raboy V, King JC (2018). Implications of phytate in plant-based foods for iron and zinc bioavailability, setting dietary requirements, and formulating programs and policies. Nutrition Reviews, 76(11):793–804.