Vitamin B12 – warum es eine Sonderstellung unter den B-Vitaminen einnimmt
Warum B12 einzigartig unter den Vitaminen ist, und welche Formen und Kombinationen sinnvoll sind – wissenschaftlich eingeordnet.
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Unter den acht B-Vitaminen nimmt Vitamin B12 eine besondere Position ein. Es ist das einzige B-Vitamin, das der Körper in relevanten Mengen speichern kann. Es ist das einzige Vitamin überhaupt, das ein Metallatom – Cobalt – in seiner Struktur trägt. Und es kommt in pflanzlichen Lebensmitteln praktisch nicht vor.

Diese drei Eigenschaften machen B12 zu einem Nährstoff, der besondere Aufmerksamkeit verdient – vor allem, aber nicht nur, bei pflanzlich orientierter Ernährung. Grundlagen zum Zusammenspiel aller acht B-Vitamine finden Sie in unserem Beitrag: B-Vitamine verstehen – acht Vitamine, ein System.


Was Vitamin B12 von anderen B-Vitaminen unterscheidet

Vitamin B12 (Cobalamin) ist chemisch die komplexeste Verbindung unter den Vitaminen. Sein Molekül enthält ein zentrales Cobalt-Atom, eingebettet in eine sogenannte Corrin-Ringstruktur. Kein anderes Vitamin weist eine solche Metallkomplexierung auf.

Im Körper erfüllt B12 Funktionen, die kein anderes Vitamin übernehmen kann. Es ist als Coenzym an zwei Reaktionen beteiligt, die für den Stoffwechsel wichtig sind: der Umwandlung von Methylmalonyl-CoA zu Succinyl-CoA und der Remethylierung von Homocystein zu Methionin.

Zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012:

Vitamin B12 trägt bei:
• zu einem normalen Energiestoffwechsel
• zu einer normalen Funktion des Nervensystems
• zu einer normalen psychischen Funktion
• zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel
• zu einer normalen Bildung roter Blutkörperchen
• zu einer normalen Funktion des Immunsystems
• zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung

Vitamin B12 hat eine Funktion bei der Zellteilung.


Der Leberspeicher 

Im Gegensatz zu allen anderen wasserlöslichen Vitaminen verfügt der Körper über einen relevanten Speicher für Vitamin B12. Dieser befindet sich überwiegend in der Leber und umfasst bei gut versorgten Erwachsenen etwa 2 bis 5 Milligramm (Healton et al., 1991).
Da der tägliche Bedarf bei 4 Mikrogramm liegt (DGE-Referenzwert), reicht dieser Speicher theoretisch für mehrere Jahre. Das ist eine Besonderheit.


Warum nur Mikroorganismen B12 herstellen können

Vitamin B12 wird vor allem von bestimmten Bakterien und Archaeen synthetisiert. Weder Pflanzen noch Tiere – und auch nicht der menschliche Körper – können es selbständig produzieren (Watanabe et al., 2014).

Dass tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte B12 enthalten, liegt daran, dass Nutztiere B12-produzierende Bakterien in ihrem Verdauungstrakt beherbergen oder über Futtermittel aufnehmen. Das Tier ist also nicht die Quelle, sondern der Zwischenträger.

In pflanzlichen Lebensmitteln kommt Vitamin B12 nicht in verwertbarer Form vor. Gelegentlich genannte pflanzliche Quellen wie Algen, Tempeh oder Sauerkraut enthalten überwiegend sogenannte B12-Analoga – Verbindungen, die strukturell ähnlich sind, aber nicht als aktives B12 gelten (Watanabe et al., 2014). Für Personen, die sich überwiegend oder vollständig pflanzlich ernähren, ist eine gezielte B12-Zufuhr daher  häufig sinnvoll. Die DGE weist zudem darauf hin, dass ältere Erwachsene ihren B12-Status regelmäßig prüfen lassen sollten. Der Vitamin B12 Spiegel ist beim Arzt einfach bestimmbar.


Aufnahme im Körper – ein mehrstufiger Prozess

Die Aufnahme von Vitamin B12 aus der Nahrung ist ein ungewöhnlich komplexer Vorgang, der mehrere Organe einbezieht.

Im Magen wird B12 zunächst durch Magensäure und das Enzym Pepsin aus der Proteinbindung der Nahrung freigesetzt. Anschließend bindet es an Haptocorrin, ein Transportprotein aus dem Speichel. Im Dünndarm wird Haptocorrin durch Pankreasenzyme abgebaut, und B12 wird an den Intrinsic Factor (IF) übergeben – ein Glykoprotein, das von den Belegzellen des Magens produziert wird. Erst der B12-IF-Komplex kann im terminalen Ileum (dem letzten Abschnitt des Dünndarms) über spezifische Rezeptoren aufgenommen werden.


Methylcobalamin und Cyanocobalamin – die wichtigsten Formen

In Nahrungsergänzungsmitteln werden verschiedene B12-Formen eingesetzt. Die beiden gängigsten sind:

Methylcobalamin ist eine der beiden aktiven Coenzym-Formen von B12 im menschlichen Körper.  Methylcobalamin muss vom Körper nicht erst umgewandelt werden.

Cyanocobalamin ist eine synthetische, sehr stabile Form, die im Körper in die aktiven Formen Methylcobalamin und Adenosylcobalamin umgewandelt wird. Es wird aufgrund seiner Stabilität häufig in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt.

Beide Formen sind als Vitamin-B12-Quellen in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen und  anerkannt. Bei Raab Vitalfood verwenden wir in unseren B12-Produkten Methylcobalamin – eine bioaktive Coenzym-Form.


Warum wir B12 in verschiedenen Kombinationen anbieten

Vitamin B12 ist in mehreren Raab Vitalfood Produkten enthalten – als Monoprodukt und in gezielten Kombinationen. Jede dieser Zusammenstellungen folgt einer ernährungsphysiologischen Überlegung:

 Produkt B12/Tag B12-Form Kombination und Rationale
Vitamin B12 Kapseln 25 µg Methylcobalamin Monoprodukt. Für die gezielte B12-Ergänzung.
Vitamin B12 + D3 7,5 µg Methylcobalamin B12 und Vitamin D3 sind die beiden Nährstoffe, die bei pflanzlicher Ernährung häufig ergänzt werden. 
Vitamin D3+K2+B12 7,5 µg Methylcobalamin Ergänzt die D3+B12-Basis um Vitamin K2 (Menachinon-7). Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Die Kombination adressiert drei Nährstoffe, die durch eine rein pflanzliche Ernährung typischerweise geringer aufgenommen werden.
Vitamin B Komplex 2,4 µg Cyanocobalamin Alle 8 B-Vitamine als System. DieDosierung der Vitamine orientiert sich am Referenzwert (100 % NRV).


Die Kombination von B12 mit D3 und K2 kann besonders für Personen relevant sein  , die sich rein pflanzlich ernähren: Vitamin B12 kommt in pflanzlichen Lebensmitteln nicht vor, Vitamin D auch nicht (ausgenommen spezielle Mikroalgen), und Vitamin K2 (als Menachinon-7) ist in der pflanzlichen Ernährung begrenzt enthalten. Diese drei Nährstoffe gemeinsam zu ergänzen, folgt einer klaren ernährungsphysiologischen Logik.


Dosierung und Referenzwerte

Der D-A-CH-Referenzwert für Vitamin B12 liegt bei 4,0 µg pro Tag für Erwachsene (DGE, 2018). Für Schwangere empfiehlt die DGE 4,5 µg, für Stillende 5,5 µg pro Tag.

In Nahrungsergänzungsmitteln werden häufig höhere Dosierungen eingesetzt. Das hat einen physiologischen Hintergrund: Die rezeptorvermittelte Aufnahme über den Intrinsic Factor im Dünndarm ist sättigbar – pro Mahlzeit können auf diesem Weg nur etwa 1,5 bis 2 µg aufgenommen werden. Darüber hinaus existiert ein zweiter, passiver Aufnahmeweg über Diffusion, der jedoch nur etwa 1 bis 2 % der aufgenommenen Menge umfasst. Bei höheren Dosierungen gewinnt dieser passive Weg anteilig an Bedeutung (Carmel, 2008).

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat für Vitamin B12 in seinen Höchstmengenvorschlägen von 2021 eine Tageshöchstmenge von 25 µg für Nahrungsergänzungsmittel vorgeschlagen. Unser Vitamin B12 Monoprodukt enthält exakt diese Menge. 


Fazit 

Vitamin B12 nimmt unter den B-Vitaminen eine Sonderstellung ein: Es ist das einzige, das der Körper speichern kann, das ein Metallatom enthält und das ausschließlich von Mikroorganismen produziert wird.

Für Personen mit pflanzlich orientierter Ernährung ist eine gezielte Ergänzung ernährungsphysiologisch häufig sinnvoll. Die Wahl des passenden Produkts hängt davon ab, ob eine reine B12-Ergänzung gewünscht ist oder ob weitere Nährstoffe mit abgedeckt werden sollen – etwa Vitamin D3 und K2.


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Quellen
  • D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Vitamin B12 (DGE, 2018)
  • BfR: Höchstmengen für Vitamin B12 in Lebensmitteln inkl. NEM
  • EFSA: Scientific Opinion on Dietary Reference Values for Cobalamin (2015)
  • EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – zugelassene Health Claims
  • Watanabe F, Yabuta Y, Bito T, Teng F (2014). Vitamin B12-Containing Plant Food Sources for Vegetarians. Nutrients, 6(5):1861–1873.
  • Allen LH (2009). How common is vitamin B-12 deficiency? American Journal of Clinical Nutrition, 89(2):693S–696S.
  • Healton EB, Savage DG, Brust JC et al. (1991). Neurologic aspects of cobalamin deficiency. Medicine, 70(4):229–245.
  • Carmel R (2008). How I treat cobalamin (vitamin B12) deficiency. Blood, 112(6):2214–2221.
  • Green R, Allen LH, Bjørke-Monsen AL et al. (2017). Vitamin B12 deficiency. Nature Reviews Disease Primers, 3:17040.
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